Darf Literatur politisch sein?

Jene Diskussion, ob Literatur zur Erziehung der Menschen, zur Meinungsbildung und Meinungsbekundung benutzt werden darf oder ob es sich nicht viel mehr um ein esoterisches Kulturgut handle, das auf gar keinen Fall Parallelen zum Zeitgeschehen aufweisen dürfe und stattdessen sich in ästhetischer Autonomie und Darstellung der Natur üben solle, stellt kein Einzelphänomen dar, sondern taucht zu…

Zu „Die Dunkelste Stunde“: Wankelmut ist keine Schwäche

Persönlichkeiten wie Winston Churchill beeindrucken und gelten als Vorbild aufgrund ihrer Festigkeit, Direktheit und Charakterstärke; sie schaffen es nur mit Hilfe ihrer Worte Menschen zu inspirieren, zu motivieren und zu einem kohärenten Ganzen zu vereinen, direkt durch eine lebendige Stimme an die Herzen zu rühren, die sich zur Maßlosigkeit steigern kann. Nicht nur die Stimme…

Die Scham und das Paradox des Anderen

Sicherlich ist es das größte Verdienst der kartesianischen Lehre, die Subjektivität mit der Formulierung des berühmten und oft missverstandenen "cogito ergo sum" aus seiner schicksalshaften Unterordnung unter kirchliche, gesellschaftliche und autoritäre Normen gehoben und als alleinigen Herren eingesetzt zu haben, denn nichts weniger als die Aufklärung war eine der längerfristigen Folgen dieser Inthronisation. Das "Ich"…

Zu Jacques Derrida – Der Ursprung ist nicht der Ursprung

Diese und ähnliche Paradoxa prägen die Philosophie des französischen Poststrukturalisten Jacques Derrida, was ihm den Vorwurf der Verschleierung einer klaren Beschreibung seiner eigenen Philosophie – nicht zuletzt, um die Unreife und den Unsinn seiner Gedanken zu verdecken, wie einige Kritiker polemisch bemerkten – eintrug. Doch diese Kritiker übersehen, dass die Aussagen Derridas notwenig im Unklaren…