Gedanken aus dem Shredder, und wiederum Gedanken für den Shredder. Aus dem Leben eines anderen Ich (der Lebenspersönlichkeit an warmen Tagen, nicht der Zeichensetzer-Persönlichkeit, versteht sich); vorgetragen von seinem Über-Ich, empfangen von anderen Ichs (sprich: jene anderen Wunschmaschinen, deren Es ihnen brillante Sätze einflüstern).

Wie Faxe kommen sie aus den Mündern heraus und dringen in andere ein, die sie auslesen und dann bald wieder ausspeien, begierig nach neuen Informationen und Schweinereien. Was soll man zu Sätzen wie folgenden sagen?!

„Bist du eine scheiß Frau, dass du Gefühle hast, die ich verletzten kann?“

„Sag mal, fühlst du dich nicht fehl am Platz mit deinen Eigenschaften in dieser Welt voller Menschen, die diese Eigenschaften wohl nie akzeptieren werden?“

„Was ist denn bei dir schief gelaufen, dass du so wenig in die Schublade Mann/Frau passt und mit deinen Ecken und Kanten gegen die Umrandungen stößt, dich wehrst es uns einfach zu machen dich entweder als Held oder als Dreck zu behandeln?“

„Ich bin ganz toll, blah, blah, blah … (und noch dazu werde ich immer verkannt, aber sag das keinem). Ach ja, diese Schwachmaten – siehst du den da links? –, die es nicht auf die Reihe kriegen ein sinnvolles Leben zu führen sollen doch durch die Selektion sorgsam aussortiert werden.“

„Hast du denn schon Pläne, dich selbst zu verwirklichen in dieser Welt voller wirklicher Selbstlosigkeit?“

Die Maschinerie dreht sich; ganz tolle Sätze werden produziert, die von den Wunschmaschinen aufgenommen werden und Wünsche produzieren, anspornen zu Bewegungen und Änderungen. Man wird ganz schizophren zwischen diesen Zeilen, denn des Ego (die beste Illusion seit Langem) zerteilt sich langsam und kleinteilig über die Projektionsfläche, eine weiße Wand, die wir „Gegenwart“ nennen. Jede angenommene Form verschwindet zugunsten einer anderen, ständige Umformungen sind am Werk, die Stimmen dringen tiefer in den Kopf und bedrohen das gallertartige Ich in seiner Existenz. Die Sonne scheint, es ist Sommer und ich (wer soll das nochmal sein?) … irgendwer, wer auch immer zerfällt.

Ja, das ist mein Körper, sage ich, als ich vor dem Spiegel stehe, doch wo beginnt er, und wo hört er auf? Ein langsamer Zweifel legte mir nahe, dass das garnicht mein Körper sei, sondern der eines anderen, eines nicht mehr existenten Menschen, der ihn dort nur vergaß. Wo enden meine Zweifel und wo beginnt mein Leben? Hinter einem Lächeln und zwei Bier verstecke ich diese Fragen bis mir die Sonnenstrahlen aus dem Arsch strahlen und ich die Kontrolle verliere.

Gibt es etwas auf dieser Welt, das die kleinen Teile wieder zu einem ganzen zusammenfügt, aus dem Leben etwas ganzes formt; etwas, das nicht bei der kleinsten Bewegung in seine Bestandteile zerfällt und dann darauf wartet, aufgesammelt zu werden?

Wer steckt jene Gedanken, die das Ego bombardieren, in den Shredder und lässt sie das sein, was sie sind: Müll?

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